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erhellende Texte aus der Lampenstube

Wo liegen eigentlich...

...Elend und Sorge?

Freud’ und Leid lägen nah beieinander meinen Sie? Andernorts mag das stimmen. Im Harz jedoch liegen Elend und Sorge nah beieinander. So nah, dass die beiden Orte sogar die gleiche Postleitzahl haben: 38875. Und die Telefonvorwahl unterscheidet sich nur in der letzten Ziffer. Beide gehören zur Verwaltungsgemeinschaft Brocken-Hochharz im Landkreis Harz des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Gut 500 Menschen leben hier in Elend, 100 nur in Sorge.

Natürlich leiten sich beide Ortsnamen nicht ab von den gebräuchlichen Begriffen. Kein Mensch zu keiner Zeit würde seine Heimat „Elend” nennen. Die tatsächliche Geschichte der Namensgebung freilich ist sonderbar genug: „Elend” soll sich ableiten vom mittelhochdeutschen „Eli” oder „Elendi”, was „Fremde” oder „Ausland” heißen soll. Hat mit Mönchen zu tun, die auf ihrer Pilgerreise nach Rom in eben dieser „Fremde” rasteten. Naja. Sorge leitet sich angeblich von „Zarge”, also „Grenze” ab. Mag ja stimmen. Aber warum haben dann Elend und Sorge zusammen bloß ein paar hundert Einwohner und Orte wie Glücksburg oder Freudenstadt jeweils etliche tausend?


 


  Storytelling: Kurze Frage, spannende Antwort

Zahlen, Daten, Fakten? Sind auch wichtig. Im Gedächtnis jedoch bleiben Geschichten. Weil sie Herz und Seele ansprechen. Weil sie sich weitererzählen lassen. Deshalb ist Storytelling ein so starkes Marketing-Instrument. Und deshalb lag mir die Kolumne „Wo eigentlich liegt..." am Herzen, die bis 2009 regelmäßig im Reise Journal der WAZ erschien: Ortsnamen und ihre Geschichte, Regionen und deren Legenden, entlegene Gegenden und ihre Entdeckung. Sowas lässt einen nicht los. Jedenfalls mich nicht. Deshalb lebt die Kolumne an dieser Stelle fort und wird nach und nach ergänzt.