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erhellende Texte aus der Lampenstube

Wo eigentlich liegt...

...JWD?

Die Abkürzung „JWD” bezeichnet einen Ort, der „janz weit draußen” liegt. Stammt unverkennbar aus Berlin, wo man’s mit dem Buchstaben „g” ja nicht so janz jenau nimmt, wa? Gedenfalls: Dass diese Redewendung in Form einer Abkürzung gerade dort entstand, ist kein Zufall. Denn bevor Postleitzahlen als vier-, heute fünfstellige Ziffernfolge eingeführt wurden, gab es in Berlin Kombinationen aus Buchstaben und Ziffern, die sich zum Teil in der Umgangssprache lange erhalten haben. Bundesweit bekannt wurde das Kreuzberger Viertel „SO 36”, in dem sich zu Zeiten der Teilung eine sehr eigene alternative Szene am äußersten Ostrand Westberlins entwickelte. Während der 1970er- und 80er-Jahre gab es hier zwischen Polizei und Hausbesetzern straßenschlachtartige Tumulte. Aber ick schweife ab, wa?

Wer in halbwegs zentraler Lage in Berlin wohnte, schaute auf die Umland-Berliner herab. Und bezeichnete deren Wohnort mit „Postleitzahl Berlin JWD”. Für Berliner, denen man doch eigentlich einen eher ruppigen Umgangston nachsagt, sehr charmant. Frankfurter hingegen nennen einen abgelegenen Ort „am Arsch von Bagdad”.


 


  Storytelling: Kurze Frage, spannende Antwort

Zahlen, Daten, Fakten? Sind auch wichtig. Im Gedächtnis jedoch bleiben Geschichten. Weil sie Herz und Seele ansprechen. Weil sie sich weitererzählen lassen. Deshalb ist Storytelling ein so starkes Marketing-Instrument. Und deshalb lag mir die Kolumne „Wo eigentlich liegt..." am Herzen, die bis 2009 regelmäßig im Reise Journal der WAZ erschien: Ortsnamen und ihre Geschichte, Regionen und deren Legenden, entlegene Gegenden und ihre Entdeckung. Sowas lässt einen nicht los. Jedenfalls mich nicht. Deshalb lebt die Kolumne an dieser Stelle fort und wird nach und nach ergänzt.